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Stand: 23.12.2015

Pressemitteilung

Augsburg/Dinkelscherben

„Niemand muss sich Sorgen machen“

 Caritas und CAB reagieren auf erste Rückmeldungen zum Beschluss der Hospitalstiftung Dinkelscherben, ihr Seniorenheim in Dinkelscherben zu schließen



Augsburg, 30.11.2018 (pca). Der Beschluss der Hospitalstiftung Dinkelscherben, das Seniorenheim zum 30. Juni 2019 zu schließen, hat in der Öffentlichkeit zum Teil auch Kritik hervorgerufen. Die Geschäftsführung der CAB Caritas Augsburg Betriebsträger gGmbH legt deshalb Wert darauf, die Zusammenhänge und Hintergründe des Schließungsbeschlusses der Öffentlichkeit wie auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch einmal darzustellen.

„Dazu gehört auch die Information, dass die Caritas und mit ihr die CAB Caritas Augsburg Betriebsträger gGmbH nicht Träger und damit auch nicht die Partner sind, die hier Entscheidungen getroffen haben“, betont Geschäftsführerin Brigitta Hofmann. Die Hospitalstiftung habe in ihrem Verwaltungsausschuss gemäß Satzung den Beschluss getroffen. „D.h. die CAB ist Auftragnehmer und die Hospitalstiftung ist Auftraggeber. Die Stiftung gibt der CAB die Rahmen vor, die CAB hat im Rahmen der Geschäftsbesorgung nur die Verantwortung für die Pflegequalität und das erst seit 2014.“

Den Beschluss, das Haus zu schließen, hält aber Hofmann für „absolut richtig“. Alles andere wäre unverantwortlich und würde nur eine ständige Verletzung der baulichen Gesetze für Pflegeheime bedeuten. Die Fachstelle für Qualität und Aufsicht des Landkreises Augsburg habe entsprechende Vorgaben zu prüfen und deren Einhaltung auch sicherzustellen. Von ihr habe es nicht die Signale gegeben, den Baubestand des Seniorenheims so auf Dauer beibehalten zu können, sagt Hofmann. Zuletzt hätte die Stiftung die Balkone absperren müssen, da dort eine Stufe vorhanden sei, die den Bestimmungen der Barrierefreiheit nicht entspricht. „Eine Modernisierung und Anpassung an die heutigen gesetzlichen Bestimmungen ist aus wirtschaftlicher Sicht einfach nicht vertretbar“, ergänzt Dr. Ulrich Hörwick, Mitglied und Vorstand des Verwaltungsausschusses.

Vorwürfe, dass die Gemeinde in den Prozess der Entscheidungsfindung nicht mit eingebunden gewesen sei, will Hofmann, aber auch Dr. Hörwick nicht gelten lassen. „Die Gemeinde Dinkelscherben ist durch einen ständigen Vertreter immer mit dabei. Sie hat Sitz und Stimme in diesem Gremium. „Dieser Vertreter wurde auch vom Bürgermeister bestimmt“, betont Dr. Hörwick. Der Bürgermeister der Gemeinde Dinkelscherben ist am 23. November 2018 persönlich durch den Vorstand der Stiftung über die entsprechenden Beschlüsse der Stiftung vorab informiert worden. Unabhängig davon seien die Ausführungsverordnungen zum Pflege-Wohnqualitätsgesetz seit Jahren bekannt. „Nur ein Blick in das Seniorenheim zeige jedem, dass es weit davon entfernt ist, mit nur kleinen Maßnahmen angepasst werden zu können“, betont Dr. Hörwick. Er selbst hat die Senioreneinrichtung interimsmäßig nach dem Selbstmord des früheren Leiters geleitet.

Auch die Analyse der Belegungszahlen weisen, so Hofmann und Dr. Hörwick, darauf hin, dass das Seniorenheim für Dinkelscherben und deren Bevölkerung keineswegs die Bedeutung mehr hat wie angenommen. Schon seit Jahren befinden sich unter den durchschnittlich 70 bis 75 Bewohnerinnen und Bewohner nur 3 bis maximal 12 aus Dinkelscherben. „Und bei den meisten der anderen BewohnerInnen hören wir immer, dass sie nur hier sind, weil sie in keinem anderen Seniorenheim einen Platz bekommen hätten“, sagt Hofmann. Insgesamt hat das Seniorenheim in Dinkelscherben 84 Plätze. Die Belegungszahl war schon seit Jahren ständig rückläufig.

Dass ein Umzug immer mit Schwierigkeiten und Belastungen verbunden sei, das wisse Hofmann aus eigener Erfahrung. Die CAB habe z.B. bei dem Umzug aus dem früheren Caritas-Seniorenzentrum St. Anna in 2007 in den Neubau in Lechhausen aber auch erfahren dürfen, dass sich die alten Menschen riesig auf die neuen schönen Räume und damit auch neue Möglichkeiten gefreut hatten. „Es muss sich auch niemand Sorgen machen, dass jemand mit der Schließung keinen Pflegeplatz hätte.“ Hofmann betont: „Wir garantieren allen BewohnerInnen einen Pflegeplatz in unseren Einrichtungen.“

Davon waren die BewohnerInnen bereits vor der Öffentlichkeit und den Medien informiert worden. Am Mittwoch, 27. November 2018, informierten Dr. Hörwick und Hofmann alle MitarbeiterInnen wie auch die Bewohnervertretungen und die Angehörigen wie auch einzelne BewohnerInnen über den Beschluss der Hospitalstiftung Dinkelscherben. „Die Resonanz war auch positiv. Man war dankbar für unsere Informationen wie auch unsere abgegebenen Zusicherungen“, sagen beide. Einige der MitarbeiterInnen hätten ohne schon damit gerechnet, da sie ja die Ausführungsbestimmungen zum Pflege-Wohnqualitätsgesetz kannten. Sie wie auch jene, „die die Schließungsmaßnahme eher gefürchtet haben“, finden sie allerdings auch richtig. Freilich gebe es auch andere, die erschrocken waren. „Auch das ist verständlich“, sagt Hofmann.

Das Seniorenheim Dinkelscherben und das Seniorenzentrum St. Albert in Zusmarshausen, die beide der Hospitalstiftung gehören, zählen zusammen 170 MitarbeiterInnen. Schon in der Vergangenheit hat man je nach Bedarf das Personal in den einzelnen Häusern eingesetzt. Die MitarbeiterInnen fuhren zwischen den Einrichtungen, die nur sieben Kilometer voneinander entfernt sind, hin und her. „Allen haben wir als CAB eine Arbeitsplatzgarantie ausgesprochen. Befristete Verträge werden von uns in unbefristete umgewandelt“, unterstreicht Hofmann. Nun würden Einzelgespräche geführt, um die Details, aber auch um die Wünsche des Arbeitsortes abzustimmen. „Niemand muss sich Sorgen machen.“ Auch das Seniorenzentrum St. Albert in Zusmarshausen gehe einer sicheren Zukunft entgegen. Dessen Betrieb wird zum 1. Juli 2019 in die Hände der CAB Caritas Augsburg Betriebsträger gGmbH übergehen. Der CAB gehören inzwischen 15 Caritas-Seniorenzentren im Bistum an. Sie gehört damit zu den großen Trägern von Seniorenheimen.

Dass sich niemand Sorgen machen müsse, das gelte auch für die Marktgemeinde. Hörwick betont, dass es im Hinblick auf eine weitere und attraktive Nutzung der Gebäude und Flächen bereits im dem bereits erwähnten Gespräch mit dem Bürgermeister von Dinkelscherben einen ersten Gedankenaustausch gegeben habe. Hörwick weist aber gleichzeitig darauf hin, dass die Hospitalstiftung eine Stiftung bürgerlichen Rechtes sei und damit die Regierung von Schwaben die Stiftungsaufsicht habe. „Wir hören dort, dass die Stiftung bei den künftigen Gesprächen und Verhandlungen die Satzungsbestimmungen beachten müsse.“ Hörwick geht aber davon, dass die künftigen Gespräche fruchtbar sein werden. „Ich bin mir sicher, dass bei vernünftigen zielführenden Verhandlungen sich weder die Hospitalstiftung noch die Gemeinde Dinkelscherben Sorgen machen müssen.“

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